Auszeichnung für Intensivmediziner des Klinikums Emden

04.11.2015

Klinikum Emden

Erfolgreiche Therapieverfahren bei schwerer Blutvergiftung finden international große Anerkennung

Die Therapie der schweren Blutvergiftung – fachsprachlich Sepsis genannt – ist eines der Spezialgebiete der Intensivmedizin im Klinikum Emden. Die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin unter der Leitung von Chefarzt Dr. Klaus Kogelmann ist seit langem auch auf internationalen Kongressen mit eigenen Arbeiten und zusammen mit der Deutschen Arbeitsgruppe SepNet (Kompetenznetz Sepsis) vertreten. So wurde beim 7. Internationalen Sepsiskongress in Weimar im September eine Präsentation zum Thema „Blutreinigungsverfahren bei Sepsis“ (Cytosorb) vorgestellt.
Auf dem nachfolgenden Anwendertreffen des Unternehmens „Cytosorbents Europe GmbH“, das die entsprechenden Filter für die Therapie vertreibt, wurde die Arbeit der Emder Intensivmediziner mit einem dritten Platz prämiert. Das Zertifikat wurde Dr. Kogelmann und Oberarzt Matthias Drüner jetzt aus den Händen von Uwe Gerks (Regionalverkaufsleiter Norddeutschland Cytosorbents Europe GmbH) überreicht, der dazu eigens nach Emden gereist ist. „Dass unsere Arbeit in Emden solche Aufmerksamkeit findet, ehrt uns natürlich sehr“, freut sich der Chefarzt der Klinik über diese Auszeichnung. Dieser Preis würdige das hohe Engagement aller Beteiligten für die schwerstkranken Patienten in der Intensivmedizin des Klinikums.

Seit etwa einem Jahr wird die so genannte CytoSorb-Therapie bei den Sepsis-Patienten in Emden eingesetzt. Bei der Sepsis gehen Entzündungen auf den ganzen Kreislauf über. Diese Ausbreitung der Erreger ist lebensgefährlich, weil sie im Körper überallhin gelangen können, und weil das eigene Immunsystem überreagiert: Nach und nach werden die eigenen Organe lahmlegt. Um das zu verhindern, wird bei der CytoSorb-Therapie das Blut der Patienten durch einen speziellen Filter umgeleitet – ähnlich wie bei einer Dialyse. Dieser bindet einige der Stoffe, die für die überschießende Immunreaktion im Körper verantwortlich sind, vor allem die sogenannten Zytokine. Hierdurch soll die überschießende Entzündungsreaktion abgemildert werden. So kann der Stabilisierungsprozess in der ersten Krankheitsphase gefördert werden.

Diese Therapie wurde bisher weltweit über 5500 Mal eingesetzt, wobei sich die Anwendung als gut verträglich und sicher erwiesen hat. „Auch hier bei uns arbeiten wir sehr erfolgreich mit der Methode“, freut sich Dr. Kogelmann.

Dass sich die Emder Klinik in der Sepsis-Therapie einen Namen gemacht hat, zeigt sich nicht nur durch die erneute Auszeichnung. Dafür steht auch eine Einladung zum diesjährigen Österreichischen Anästhesiekongress im November in Wien, auf dem Dr. Kogelmann und sein Team ihre Arbeit präsentieren werden.