Septischer Schock und schwere Sepsis

Ein Großteil der schwerwiegenden klinischen Komplikationen und der Intensivbehandlungskosten ist auf die überschießende, systemische Immunantwort des Körpers zurückzuführen. Könnten hier die medizinischen und therapeutischen Möglichkeiten durch CytoSorb erweitert werden, wäre dies ein willkommener Ansatz bei der Bewältigung der großen Probleme. Die Sepsis bleibt, trotz zahlreicher Bemühungen und verschiedenster therapeutischer Ansätze in den vergangenen Dekaden, eine der bedeutendsten Herausforderungen in der Medizin, insbesondere der Intensivmedizin, und zählt zu den häufigsten Todesursachen überhaupt:

„Sepsis ist eine komplexe systemische Entzündungsreaktion, die den gesamten Organismus befällt und Gewebe, Organe und damit alle Vitalfunktionen beeinträchtigt. Wird eine Sepsis nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, führt dieses unweigerlich zum septischen Schock, zu multiplem Organversagen und zum Tod. Ein Drittel bis die Hälfte aller Patienten überleben die Sepsis nicht.“ (Zitat: www.world-sepsis-day.org)

„Sepsis verursacht jährlich mehr Todesfälle als Brustkrebs, Prostatakrebs und HIV/AIDS zusammen. Weltweit werden jährlich 20 – 30 Millionen Fälle geschätzt. Es ist davon auszugehen, dass Sepsis für die Mehrzahl aller Todesfälle in Verbindung mit HIV/AIDS, Malaria, Lungenentzündung und anderen Infektionen verantwortlich ist, unabhängig davon ob diese zuhause, im Krankenhaus oder nach Verletzungen erworben werden“  (Zitat: www.world-sepsis-day.org).

Patienten, die eine Sepsis überleben, haben im Vergleich zu anderen Krankenhauspatienten ein doppelt so hohes Risiko, in den folgenden 5 Jahren zu versterben. Sie leiden an körperlichen, kognitiven und psychischen Spätfolgen.
In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 150.000 Menschen an einer Sepsis, wovon 56.300 sterben (1). Ca. 30–50 % der Erkrankten sterben trotz maximaler Therapie. Mit 162 Todesfällen täglich steht die Sepsis nach koronarer Herzkrankheit und Herzinfarkt an dritter Stelle der Todesursachen in Deutschland.
Die Behandlung der Sepsis verschlingt gigantische Summen. So wurden die krankenhausbezogenen Behandlungskosten in den USA schon 2008 auf 14,6 Mrd US-Dollar geschätzt mit einer jährlichen Steigerungsrate von um die 10% (2). In Deutschland belaufen sich die mittleren Krankenhauskosten pro Sepsispatient auf ca. 55.000 Euro (3); die weiteren Kosten außerhalb der Krankenhausbehandlung sind hier noch gar nicht berücksichtigt.

Die Ziele der CytoSorb-Therapie im septischen Schock und der schweren Sepsis sind:

Schnelle und nachhaltige Senkung der Zytokinlast und damit Dämpfung der überschießenden Immunantwort mit nachfolgender

  • Verbesserung der Hämodynamik (Makro- und Mikrozirkulation)
  • Verringerung des Kapillarlecks und Verbesserung der Flüssigkeitsbalance
  • Verhinderung von mediatorinduzierten Gewebeschäden
  • Verminderte Neuproduktion von Entzündungsmediatoren
  • Wiederausrichtung der zellulären Immunantwort auf den Fokus
  • Entfernung von zusätzlichen schädlichen Substanzen, die entweder toxisch sind oder deren Akkumulation weitere Komplikationen induzieren kann, wie
    – Bakterielle Enterotoxine
    – Myoglobin bei Rhabdomyolyse
    – Gallensäuren und Bilirubin bei der septischen Cholestase

 

Die derzeit verfügbaren Daten und laufenden Studien hierzu können Sie im Bereich „Die Studien“ nachlesen.


Referenzen 

(1) Epidemiology of sepsis in Germany: results from a national prospective multicenter study.
Engel C, Brunkhorst FM, Bone HG, Brunkhorst R, Gerlach H, Grond S, Gruendling M, Huhle G, Jaschinski U, John S, Mayer K, Oppert M, Olthoff D, Quintel M, Ragaller M, Rossaint R, Stuber F, Weiler N, Welte T, Bogatsch H, Hartog C, Loeffler M, Reinhart K.
Intensive Care Med. 2007 Apr;33(4):606-18.

(2) Inpatient care for septicemia or sepsis: a challenge for patients and hospitals.
Hall MJ, Williams SN, DeFrances CJ, Golosinskiy A.
NCHS Data Brief. 2011 Jun;(62):1-8.

(3) Temporal trends in the epidemiology of severe postoperative sepsis after elective surgery: a large, nationwide sample.
Bateman BT, Schmidt U, Berman MF, Bittner EA
Anesthesiology. 2010 Apr;112(4):917-25.